Musik aus

Urlaub auf Karpathos

1997

Am 30. September 1997 startete ich meinen Urlaub von Leipzig mit Zwischenstopp in München nach Karpathos. Gegen 16 Uhr Ortszeit landete die MD 83 auf dem Flughafen der Insel Karpathos. Als wir das Flughafengebäude verließen, empfing uns starker Wind zur Freude der mit Surfbrett angereisten Urlauber. Mit dem Bus ging es in Richtung Hotel. Mein gebuchte Hotel "Alex" liegt ca. 2,5 km außerhalb von Pigadia, der Inselhauptstadt. Es ist ein kleineres Hotel mit 24 Zimmern am Hang gelegen Vor dem Hotel befindet sich ein Pool. Zum Strand sind es bergab 10 Minuten zu laufen. Bis nach Pigadia ist man zu Fuß 40 - 45 Minuten unterwegs. Auf diesem Weg kommt man an vielen Tavernen vorbei. Ich war oft in der Taverne "Romios" am Hafen von Pigadia. Dort kann man sehr gut essen.

Ein Ausflug in die vielen schönen Bergdörfer lohnt sich, deshalb buchte ich eine Fahrt dahin. Zuerst ging es ins Dorf Mesochori. Von dort hat man einen phantastischen Blick auf das Meer. Es gibt nur enge Gassen und viele Stufen zwischen den Häusern. Das bedeutet, dass die Autos außerhalb stehen gelassen werden müssen. Bis ca. 1960 konnte man Mesochori nur zu Fuß oder auf dem Seeweg über Lefkos erreichen. Eine Sehenswürdigkeit in Mesochori ist die große Marienkirche mit der berühmten Ikone "Die Geburt Marias". Sie wird auf ganz Karpathos verehrt. Zu Ehren dieser Ikone wird am 7./8. September ein Fest gefeiert. Es reisen sogar Besucher von den Nachbarinseln Kreta, Kassos und Rhodos an Am Vorplatz der Kirche führen einige Stufen abwärts unter diese. Dort befinden sich mehrere Becken aus Marmor, die von einer Quelle gespeist werden, die unter der Kirche entspringt. Das Quellwasser schmeckt sehr gut und sollte unbedingt probiert werden. Es dient nicht nur als Trinkwasser, sondern auch zur Bewässerung der Gärten und Felder von Mesochori. Das Wasser wird als Lebenselixier bezeichnet, denn es macht die Gärten und Felder recht fruchtbar. Weiter ging es nach Lefkos. Es ist ein ruhiger am Meer gelegener Ort mit kleinen Hotels, Appartements und Tavernen. Nur zweimal pro Woche fährt ein Bus in die Inselhauptstadt Pigadia. Der Strand ist weitläufig und sehr schön, mit kleinen flachen Buchten, sehr geeignet für Familien mit Kleinkindern und Leute, die nur Ruhe und Entspannung suchen.

Aperi ist ein sehr reiches Bergdorf und auch Sitz des Metropoliten. Die meisten Häuser in diesem Dorf gehören Griechen, die in Amerika leben und nur im Sommer dort Urlaub machen. Die Häuser waren Anfang Oktober bereits winterfest gemacht.

Das nächste Dorf auf dieser Strecke war Othos. Dort sollte man unbedingt den Maler J. Chapsis besuchen. Ein von ihm gemaltes Bild (naive Malerei) ist ein nettes Erinnerungsstück für zu Hause. Die meisten seiner Bilder sind auf Fliesen gemalt. J. Chapsis ist auch für das Museum des Ortes zuständig. Er spielt Lyra und hat selbst Lieder geschrieben und auf Kassette aufgenommen.

Ein weiteres schönes Bergdorf ist Piles Ein Spaziergang durch das Dorf und Besichtigung der Kirche lohnt sich. Es ist sehr gepflegt und die Häuser sind mit vielen Blumenkübeln geschmückt.

Das Museum in Arkassa ist von Papas Konstantinidis gebaut und alle Ausstellungsstücke sind von ihm selbst gesammelt worden. Mit verschieden farbigen Steinen hat er die Fußböden des Museums ausgelegt. Zu seinen Ausstellungsstücken gehören alte Dinge des täglichen Bedarfs und Fundstücke aus dem Meer.

                                                           

Ein weiterer Ausflug führte mich in das Vorzeigebergdorf Olympos. Mit dem Schiff ging es die Küste entlang bis Diafani. Von Diafani fährt ein Bus bis zum Ortseingang von Olympos. Weiß gestrichene Häuser, enge Gassen mit Geschäften für Touristen sind das Merkmal des Dorfes. Die Besichtigung eines Wohn-Schlafraumes mit dem Souffa, den vielen Keramiktellern und schönen Stickereinen gehört unbedingt dazu. Der Blick hinab zum Meer von der Windmühle aus, ist beeindruckend.

                                                                                  

Wenn man in Olympos Glück hat, werden gerade im Steinofen frische Blätterteigtaschen mit süßer oder herzhafter Füllung fertig und man kann diese probieren. Probieren sollte man auch die Makarounes, eine Spezialität von Olympos. Sie sind ähnlich wie Spätzle.

                                                                    

 

                                                                                

Ein unbedingtes Muss in Pigadia ist die Taverne Zacharias. Dort sitzt jeden Abend ein Lyraspieler. Ab und zu gesellt sich auch ein Dudelsackspieler dazu. Man hat den Eindruck, sie spielen nicht für andere, sondern nur aus Freude an der Musik. Eine Speisekarte gibt es in dieser Taverne nicht, am besten man fragt oder schaut in die Küche was es am Abend gibt.

Antike Ausgrabungen findet man auf Karpathos nicht. Die Bewohner sind daran auch nicht interessiert, da dies viele Auflagen bedeuten würde. Alles in allem war die Reise nach Karpathos sehr schön und interessant.