Musik aus

Urlaub auf Kreta

1993 und 1995

Die Insel Kreta besuchte ich das erste Mal Anfang Juni 1993 und das zweite Mal im September 1995. Kreta war genau das Gegenteil von meinem ersten Griechenlandbesuch der Insel Spetses, groß und gewaltig mit seinen Bergen und Hochebenen, landschaftlich sehr beeindruckend. Meine Reise führte mich nach Agios Nikolaos in das Hotel Ariadni Beach, ein Bungalow-Hotel am Hang ca. 800 m außerhalb von Agios Nikolaos Stadt direkt am Meer gelegen. Zum Hotel gehörte ein kleiner Strand, der sehr steinig ist, deshalb nahm ich lieber einen Fußweg von 6 bis 8 Minuten zum schönen und sauberen Almyros Beach in Kauf. Das ist ein sehr feiner Sandstrand. Das Meer ist ziemlich flach und man muss weit hinein laufen, gut geeignet für Kleinkinder.

Ein Ausflug führte mich in die südlichste Stadt von Kreta nach Ierapetra. Weiter ging die Fahrt vorbei an vielen antiken Ausgrabungen zum Kloster Toplou. Von dort führte die Fahrt weiter nach Vai, dem berühmten Palmenstrand von Kreta. Die Zeit reichte für ein Erfrischungsbad ehe es mit dem Bus weiter ging. Ziemlich weit östlich gelegen ist Sitia, eine wunderschöne kleine Stadt am Meer, die sich bis zu einer Festung hoch erstreckt. Die Stadt hat einen Hafen, wo auch größere Schiffe anlegen können, aber meist liegen nur buntbemalte kleine Fischerboote dort. Von den kleinen Tavernen am Meer hat man einen sehr schönen Blick aufs Meer. Sitia ist noch nicht völlig vom Tourismus eingenommen, was sehr angenehm ist.

Ein weitere Ausflug führte von Agios Nikolaos nach Knossos, ein MUSS für Kreta-Reisende. Beeindruckend ist die von Sir Arthur Evans ausgegrabene Anlage. Es wurde versucht, sie so herzurichten, dass der Besucher sich in "etwa" vorstellen kann, wie die Minoer vor ca. 3.500 Jahren gelebt haben. Die Originale der Wandmalereinen findet man im Museum in Iraklion. Das Museum ist unbedingt einen Besuch Wert. Es macht Spaß die schönen Ausstellungsgegenstände, die vor so langer Zeit schon entstanden sind, zu betrachten. Ein Bummel durch Iraklion brachte uns dann in die Neuzeit zurück.

Beim Besuch der Ausgrabungsstätte in Knossos hatte ich ein sehr schönes Erlebnis. Am Eingang der Ausgrabungsstätte befindet sich ein kleines Geschäft, wo es Ansichtskarten, Hefte und Bücher der Anlage von Knossos zu kaufen gibt. Da viele Touristen an diesem Tag unterwegs waren, konnte ich nur wenige Fotos ungestört schießen. So bin ich in das Geschäft und suchte mir einige schöne Ansichtskarten und ein kleines Buch aus. Das Geschäft war sehr voll, so dass der Verkäufer kaum aufschaute. Er fing an meine Karten zu zählen, ich sagte "οχτώ", er daraufhin "from where did you come?". ich "από την Γερμανία", er "what´s your name?, ich "με λένε Γκαμπριέλα". Daraufhin streckte er mir die Hand entgegen und sagte "Μανώλης", κάτσε! Ich musste mich an einen kleinen Tisch setzen und dann fragte Manolis, was für einen Kaffee ich möchte - Frappe, Espresso, Elliniko. Nachdem ich "ένα ελληνικό παρακαλώ" gesagt hatte, verschwand Manolis aus dem Geschäft nach nebenan ins Kafenio und holte mir einen Elliniko. Die vielen wartetenden Touristen stürzten sich auf mich und wollten von mir bedient werden oder einfach nur bezahlen. Ich konnte nur mit den Schultern zucken und sagen, dass ich Gast bin. Das waren meine ersten Erfahrungen mit ein wenig Touristen-Griechisch.

 

                                                                                                            

                                                                                                   

                                                                                                                          

 

 

                                                                                         

In dem Bergdorf Anopoli, nicht weit von Iraklion entfernt, besuchte ich am vorletzten Urlaubstag einen kretischen Abend. Eine Tanzgruppe zeigte verschiedene griechische, besonders kretische Tänze. Zwischendurch wurden die Gäste auf die Bühne zum mittanzen geholt. Ich kam kaum zum essen und trinken, da ich ständig auf der Bühne zum tanzen war. Hier lernte ich die ersten Grundschritte für den Sirtaki. Gespürt habe ich es im Flugzeug beim Nachhausflug, ich hatte Muskelkater in den Beinen.

Bei meinem zweiten Kretabesuch machte ich mit dem Schiff einen Tagesausflug zur Insel Santorini. Bei der Hinfahrt kann man an Deck ein Sonnenbad nehmen. Wenn dann Santorini in Sicht kommt, werden überall die Fotoapparate ausgepackt und es werden schöne Fotos gemacht. Dann begann das Ausschiffen auf dem Meer. Wir mussten in kleine Boote umsteigen, die uns an Land brachten. Mein Ausflug auf die Insel Santorini begann von Athinios und führte ins Bergdorf Pirgos. Bekannt ist dieses Dorf durch seine Glockentürme. Von dort hat man einen herrlichen Blick aufs Meer.

Die Reiseleiterin, die uns begleitete, stürmte in Pirgos die Stufen zu der Kirche mit den Glockentürmen empor, die Ausflügler im Sturmschritt hinterher. Das war mir in der Hitze entschieden zu stressig und so setzte ich mich in eine kleine Taverne von wo der Ausblick genau so schön war. Bei einem Frappe kam ich schnell mit den Besitzern ins Gespräch. Als die anderen wieder zurück kamen, wurde ich von allen in der Taverne herzlich verabschiedet. Die Reiseleiterin fragte mich, ach sie kennen die Leute, sie waren schon mal hier? Ich antwortete , nein, ich habe sie gerade kennen gelernt! Bei allen schönen Aussichten, interessanten Ausgrabungen und anderen Sehenswürdigkeiten, sollte man nicht den Kontakt zu den dort lebenden Menschen vergessen, denn diese Erlebnisse besitzen oft einen größeren Wiedererzählungswert, zumindest für mich! Am Strand von Kamari hatten wir Zeit uns einiges anzusehen und in einer schönen Taverne habe ich mein Mittagessen eingenommen. Dort bekam ich die beste Moussaka, die ich je in Griechenland gegessen habe. Der Bus brachte uns danach zur Inselhauptstadt Fira, wo wir noch einige Zeit zum bummeln hatten, dann ging es wieder mit kleinen Booten an Bord und zurück nach Kreta.

Ein Ausflug zur Lassithi - Hochebene und der Dikti - Höhle lohnt sich auch. Leider waren nur sehr wenige Windmühlenflügel mit weißen Tüchern bespannt. Heute nutzen die Bauern kaum noch die Windkraft, sie bewässern ihre Felder mit elektrischen Pumpen. Das Essen in der Taverne "Seli Ampelou" schmeckt sehr gut, sodass sich ein Halt dort lohnt.

Ein weiterer Ausflug führte in westliche Richtung von Kreta. Zuerst besuchten wir das Kloster Arkadi, das in der Geschichte der Insel eine wichtige Rolle spielt. Weiter ging die Fahrt nach Rethimnon mit seiner wunderschönen Altstadt bis nach Chania. Leider war die Zeit viel zu kurz alles Schöne und Interessante anzusehen.

Auf Kreta sollte man die wichtigsten kulturellen Stätten wie Knossos, das Museum in Iraklion, das Kloster Arkadi sowie die Städte Chania und Rethimnon, natürlich auch Iraklion selbst, besichtigen. Zwei Urlaube reichten nicht aus um die vielen schönen Ecken von Kreta zu besuchen. Deshalb werde ich sicher irgendwann noch einmal diese Insel besuchen.

 

 

 

 

 

 


 

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